Nachtrag – Stralsund – Stettin

Segeltour  rund um Rügen, Swinemünde, Oderhaff, Stettin     25.07. – 31.07.2016

Skipper: Karl, Techniker: Jens, Crew: Dirk, Axel, Karsten, Reiner, Cordula und Falko

Am 24.07. traf sich die Crew zum Auftaktabendessen am Stralsunder Küttertor in der Gaststätte „Torschließerhaus“ (sehr zu empfehlen -> historisch gestaltet und gutes Essen).

  1. Etappe Stralsund – Hiddensee/Kloster 25.07.16

Abfahrt 11:00 Uhr mit Sonnenschein und wenig Wind. Wir mussten Motoren bis zur Südspitze von Hiddensee, dann kam endlich Wind. So konnten wir durchsegeln bis auf Höhe Kloster, westliche Seite. Hier ankerten wir und erlebten einen prima Sonnenuntergang.  Ein Großteil der Crew umrundete „Gotland“ schwimmend 5 mal. Das Wasser war relativ kalt, gefühlte 15 Grad -> sollten aber 18 Grad sein. Zum Abendessen gab es Thailändische Curry-hühnerpfanne.

 

  1. Etappe Hiddensee/Kloster – Sassnitz 26.07.16

Abfahrt früh um 06:30 Uhr bei leichtem Niesel und fast keinem Wind. Auf der Höhe Kap Arkona besserte sich das Wetter zusehends. Mehr Sonne und mehr Wind brachten uns schneller voran und uns Gute Laune. Auf der östlichen Seite von Rügen dann herrlichstes Segelwetter bei Windstärke 5 und einer Geschwindigkeit von um die 7 Knoten. Gegen 16:00 dann Einfahrt in die neue Marina von Sassnitz. Skipper Karl und Dirk besuchten am Abend die „weiße“ Altstadt von Sassnitz. Zum heutigen Abendessen wurden Steak’s und Würste gegrillt. Die Crew brachte es wirklich fertig (irrtümlicherweise) dem Griller Axel ein alkoholfreies Bier zur Versorgung zu bringen. Beim gemütlichem Zusammensein nach dem Essen betätigte sich unser Skipper als Möwenschreck. Mit einer selbstgebauten Schleuder versuchte er Möwen zu vertreiben die ganz schön nervten. Nach dem er von unserer Crew im Jahr 2012 auf unserer Tour den Spitznamen „Karl der Schärenschleifer“ erhielt, verdiente er sich heute die Ehrung „Karl der Möwenschreck“. Auf unserem weiteren Weg kam noch zwei weitere Titel dazu. Das aber später.

 

  1. Etappe Sassnitz – Usedom/Kröslin 27.07.16

Abfahrt 11:15 Uhr aus Sassnitz bei schwachem Wind und regnerischem Wetter. Auf Höhe Göhren endlich Wind mit Stärke 4-5 und schönem Segeln, aber auch teilweisem Regen. Wir wollten in den Nordhafen von Peenemünde, Einfahrtstiefe sollte 4,10 m sein. Bei der Einfahrt hatten wir aber Grundberührung im Schlick. Auf Grund der schnellen Reaktion vom Skipper und Jens konnten wir uns schnell rückwärts aus dem Schlick befreien. Und schon hatte unserer Skipper den nächsten Titel weg -> „Karl der Schlickschleifer“. Nächster Hafen ist Kröslin wo Karl unser Skipper , der immerhin schon über 17 Jahre segelt, das erste Mal in eine Box rückwärts einparkt. Und das im 1.Versuch mit vollem Erfolg. Somit erhielt er von uns Titel Nummer 4 -> „Karl der Schiffsrückwärtseinparker“. Zum Abendessen gab es heute Ungarisches Gulasch mit Spirelli. Am Abend wurden dann die gotländischen Schachmeister-schaften von Falko und Karl eröffnet. Die ersten 3 Partien endeten 2 : 1 für Falko.

Kröslin ist ansonsten ein mondäner, aber hübscher, ruhiger und sauberer Hafen.

 

  1. Etappe Usedom/Kröslin – Swinemünde 28.07.16

Ausfahrt aus Kröslin um 8:15 Uhr. Der Start aus dem Liegeplatz vorwärts funktionierte hervorragend. Die Fahrt führte parallel zur Insel Usedom, an der Insel Ruden vorbei, mit wenig Wind und nur motoren. Etwa auf Höhe Zinnowitz kam endlich etwas Wind, wodurch Segeln möglich war. Die Geschwindigkeit lag aber nur zwischen 2 und 3,5 Knoten. Die weitere Anfahrt zum Hafen in Swinemünde war im Weiteren unspektakulär. Etwa 1 sm hinter der Einfahrt in die Oder lag der mit EU-Mitteln errichtete Hafen auf der rechten Seite. Dort trafen wir gegen 16:30 Uhr ein. Berauschend fanden wir den Hafen nicht, weil von unserem Liegeplatz aus die Wege zu den Einrichtungen sehr weit waren (600 – 1000m). Dazu war das Umfeld des Hafengeländes nicht sehr einladend. Auf der angrenzenden Wiese tummelten sich tausende Mücken, die uns am Abend ganz schön nervten. Das heutige Abendessen bestand aus Nudeln/Bolognese und wie immer dazu ein gepflegtes Bier. Am Abend machte sich Karl nochmals auf den Weg, um die Promenade von Swinemünde unsicher zu machen. Gefallen hat es ihn dort aber überhaupt nicht. Der Rest der Crew spielte, wie schon zu anderen Gelegenheiten Doppelkopf.

 

  1. Etappe Swinemünde – Ueckermünde 29.07.16

Für den heutigen Tag war zu mindestens bis Mittag schlechtes Wetter angesagt. Zum Glück donnerte und regnete es früh um 04:30 Uhr nur für eine halbe Stunde. Dann war das Theater vorbei.

Ablegen um 08:00, um die Strecke nach Ueckermünde bis 17:00 Uhr zu schaffen.  Abfahrt von Swinemünde bis zum Stettinerhaff leider fast ohne Wind und 2 kleinen Schauern. Der Teil im Kanal gehört früher zur „Kaiserfahrt“, wo der Kaiser von Stettin aus zur Ostsee „fuhr“.  Im Stettinerhaff dann endlich Wind. Hier konnten wir noch etwa 2,5 h segeln, was unser Skipper zu einem Training des Wendemanövers ausnutzte. Nach 3 Versuchen sah das schon ganz gut aus. Die Einfahrt in die Uecker zum Hafen war relativ schmal und am Anfang auch nicht sehr tief. Es fehlten wohl noch 30 cm und wir wären im Sand gelandet. Dafür sahen die Natur, der Strand und eine Marina mit Ferienwohnungen sehr annehmbar aus. Etwa 1 sm etwa mussten wir noch bis in das Zentrum der Kleinstadt tuckern. Fast mitten in der Stadt fanden wir am ehemaligen Grenzabfertigungsgebäude (nach Polen) neben einem Ausflugsdampfer einen schönen Liegeplatz. 20 m entfernt war ein großes Zelt für den Fischverkauf. Karsten bereitete herrliche Bratkartoffeln vor und wir holten uns dazu Fisch. Weil der Hafenmeister im Rathaus nicht aufzutreiben war und auch den Hafenbereich nicht besuchte, blieb uns die Liegeplatzgebühr erspart. Strom war vorhanden und auf Grund der guten Beziehungen von Reiner zu der Chefin des Fischverkaufs, bekamen wir den Schlüssel zu der Toilette im Grenzabfertigungsgebäude. Insgesamt hat es hier uns sehr gut gefallen.

 

  1. Etappe Ueckermünde – Stettin 30.07.16

Ausfahrt um 08:40 Uhr aus einem gastlichen Hafen. Im Stettinerhaff bekamen wir gleich von Anfang an Wind und kamen bei Geschwindigkeiten von 4-6 Knoten ganz gut voran. In der Mitte des Haff’s  kamen wir wieder auf die Strecke der „Kaiserfahrt“, welche dann bis Stettin ging. Auf polnischer Seite waren viele Reusen, wodurch der Rudergänger vollste Konzentration benötigte. Am Ende des Haff’s ging es dann in die Westoder kanalmäßig weiter. Jetzt waren es noch etwa 10 sm bis Stettin. Solange auf beiden Seiten noch Natur war, ließ sich die Fahrt noch gut an. Als aber auf der Steuerbordseite die Industrieanlagen anfingen, war es kein schönes Bild mehr. Richtiges Kontrastprogramm, Backbord Natur pur und Steuerbord genutzte und verfallene Industrieanlagen. Das dauert etwa 1 Stunde, wobei wir im Kanal teilweise segeln konnten. Endlich waren wir, fast unterhalb des Schlosses, im Hafen angekommen und bogen in eine, auch durch EU-Mittel errichtete neue Marina (vielleicht 1-2 Jahre alt) ein. Der Hafen ist relativ klein, aber der Ausblick auf historische Gebäude ganz gut. Zum heutigen Abendessen lud dann der Skipper mit seinem selbst gekochtem Essen ein. Der Name ist nicht bekannt, aber die Zutaten in etwa: Spaghetti, Knoblauch, Auverginen, Ölsardinen, Paprika und Chili. Das war für einige der Crew in der Kombination das erste Mal. Karl unternahm dann auch als Einzigster mit dem Fahrrad eine kleine Stadtrundfahrt zum Abschluss des Abends.

Am nächsten Morgen war dann gegen 11:00 Uhr Crewwechsel. Bis dahin wurde gefrühstückt, sauber gemacht und die beiden Schachspieler beendeten die letzte Partie mit einem Sieg für Karl, wodurch die Meisterschaft 2 : 2 endete. Also wird die Meisterschaft im nächsten Jahr fortgesetzt, wahrscheinlich auf Gotland in der Gotland IV.

In der Summe hat es der gesamten Crew gefallen. Das Wetter hat mitgespielt, in Bezug auf Sonne und Wind, keiner ist verhungert, nur beim Bier mussten wir noch 2-mal nachkaufen, weil der Kleinste den größten Durst hatte (Namen werden nicht genannt). Wir hoffen im nächsten Jahr tatsächlich mit der Gotland IV im Gebiet von Gotland segeln können und freuen uns jetzt schon darauf.